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Die Online-Auskunft aus dem Melderegister spart Zeit und Kosten
Viele Ruhrkommunen sind Vorreiter bei der elektronischen Verwaltung Von Bernd Rasche Auf eine andere E-Government- Lösung setzt die Dortmunder Stadtverwaltung. Sie bietet dem Bürger eine spezielle "elektronische Mappe" für alle Angelegenheiten an, die er vom eigenen PC zu Hause über den Netzauftritt der Stadt erledigen kann. Unabhängig von Öffnungszeiten der Behörden kann man alle Wünsche, Arbeitsaufträge und Anträge in die Mappe stellen. Ein elektronischer Agent übernimmt den Arbeitsauftrag und erledigt ihn. "doMap" verwaltet die persönlichen Daten wie Name oder Anschrift und übernimmt sie automatisch in die Formulare. Ein großer Vorteil ist, dass die virtuelle Mappe alle Prozesse, Fristen und Adressen kennt und die nötigen Vorgänge kombiniert. Für die doMap ist eine einmalige persönliche Vorsprache nötig, bei der die Identität überprüft und ein Passwort erteilt wird. Im Jahr 2002 erhielt die Stadt für ihr Modell den renommierten Speyer-Preis im Bereich Electronic Government. Dirk Meyer-Jäckel, der Projektleiter der doMap "stellt die Philosophie der Machbarkeit vor Komplexität." Er sieht "Dortmund mit seiner lösungsorientierten E-Government-Strategie als Modell auch für andere Kommunen". Bald soll die doMap auch für die Kontakte zu Unternehmen zur Verfügung stehen. Doch auf anderen Wegen geschieht das schon heute. So hat Dirk Rutenhofer, Geschäftsführer einer Dortmunder Firma für Sicherheitsdienste, mit der elektronischen Auskunft zum Gewerbezentral- Register nur gute Erfahrungen gemacht: "Die Auskunft ist wie ein polizeiliches Führungszeugnis, das wir bei der Bewerbung um öffentliche Aufträge regelmäßig brauchen. Früher musste ich dafür extra mit Personalausweis zum Amt, Formulare ausfüllen und lange warten. Heute erledige ich das alles über E-Mail an meinem Computer." Eine Reihe von Ruhrgebietsstädten wie Gelsenkirchen, Duisburg oder Essen bietet im Rahmen eines Modellversuchs des nordrhein-westfälischen Wirtschaftsministeriums einen so genannten mittelstandsfreundlichen Service an. Ganz gleich, ob es sich um Bau- und Ansiedlungsgenehmigungen, Altlastenauskünfte oder Gewerbeanmeldungen handelt - Unternehmen können Formulare im Netz herunterladen, und sie werden in vielen Fällen anhand einer online-Navigation direkt zum richtigen Sachbearbeiter geleitet. So hat die Gelsenkirchener Wirtschaftsförderung derzeit 18 "geführte Touren" für Unternehmen online im Angebot. Eine Unternehmensbefragung zur Akzeptanz des Angebots führte zu dem Ergebnis, dass rund 40 Prozent aller Unternehmen das Projekt kennen gelernt haben. Zwei Drittel davon bewerteten ihre Erfahrungen damit positiv. Eine äußerst populäre E-Government- Initiative ist die bislang bundesweit einmalige einfache Melderegisterauskunft. Diese etwa für Versandhäuser, Kanzleien und Inkassobüros notwendige Dienstleistung stellt für die Kommunen ein echtes Massenverfahren dar. In der bisherigen Papierform ist sie umständlich und kostet viel Zeit. Daher hat die in Bochum ansässige "d-NRW"-Initiative ein digitalisiertes Verfahren entwickelt. Für die mehr als 7,5 Millionen anfallenden Auskünfte bringt dies in NRW eine deutliche Arbeitserleichterung mit sich und halbiert die Kosten für die Großkunden. "Mit dieser Lösung stärken wir die Kooperation zwischen den Kommunen, ohne in ihre Datenhoheit einzugreifen. Und die Unternehmen können dadurch ihren Geschäftsprozess effizienter gestalten", sagt Gamal Moukabary, Geschäftsführer von "d-NRW". Außerdem seien die für Bürgeradressen zuständigen Einwohnermeldeämter jetzt in der Lage, ihr Personal von einer zeitaufwendigen Routinearbeit zu entlasten und bürgernah an anderer Stelle einzusetzen.
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